Eine deskriptive Bestandsaufnahme — Geburtenraten, Schichten, Regionen, Migration.
Die zusammengefasste Geburtenziffer fiel 2024 auf den niedrigsten Stand seit 2009 — und liegt 34 % unter dem Bestandserhaltungsniveau von 2,1 Kindern je Frau.
Nach dem Einbruch von 1990–95 und dem zweiten Tiefpunkt 2011 folgte eine kurze Erholung — bis 2017 der dritte, anhaltende Rückgang einsetzte.
Nach der Wiedervereinigung halbierte sich die ostdeutsche Geburtenrate auf 0,77. Heute liegt sie wieder unter dem Westniveau.
2024 reichte die TFR-Spanne der 16 Bundesländer von 1,21 bis 1,42. Alle 16 Länder verzeichneten einen Rückgang.
Die regionale Differenz verläuft heute weniger ost-west als entlang der Stadt-Land-Achse — sichtbar besonders in der endgültigen Kinderlosenquote der 45- bis 49-Jährigen.
Akademikerinnen blieben jahrzehntelang am häufigsten kinderlos. Bei den jüngsten Jahrgängen, die das fertile Alter abschließen, ist die Lücke deutlich kleiner.
Die Lücke zwischen deutscher und ausländischer Staatsangehörigkeit verringerte sich seit den 1990er Jahren — aktuell wächst sie wieder.
Über das Konzept Migrationshintergrund erfasst der Mikrozensus auch eingebürgerte Deutsche, Spätaussiedler und in Deutschland geborene Kinder mit eingewanderten Eltern.
In Deutschland geborene Frauen mit türkischem Hintergrund weisen ein Geburtsverhalten auf, das deutlich mehr ihren westdeutschen als den türkischen Altersgenossinnen ähnelt.
Median-Erstgeburtsalter: 24 Jahre. Geburtsverhalten nahe an Frauen in der Türkei (90 %).
Median-Erstgeburtsalter: 27 Jahre. Bereits deutliche Annäherung an westdeutsches Muster.
Median-Erstgeburtsalter: 31 Jahre. Tieffertilitäts-Umfeld beschleunigt die Konvergenz.
2024 erreichte die EU-27 die niedrigste je gemessene Geburtenrate. In 24 von 27 Mitgliedstaaten ging die TFR zurück. Deutschland liegt im Mittelfeld.
Mehr als die Hälfte aller Länder hat eine TFR unter dem Bestandserhaltungsniveau von 2,1. Die Welt-TFR liegt 2024 bei 2,2 — von 4,8 im Jahr 1970.
Das jährliche Geburtendefizit erreichte 2023 mit –334.897 einen neuen Rekord. Ohne Migration würde Deutschlands Bevölkerung seit über fünf Jahrzehnten schrumpfen.
Nach dem Ukraine-bedingten Rekord von 2022 hat sich der Saldo binnen drei Jahren um 85 % reduziert. Mit der EU-27 erstmals seit 2008 ein negatives Wanderungssaldo.
In 25 von 27 Varianten der 16. KBV (Dezember 2025) schrumpft die Bevölkerung gegenüber 2024. Die Annahmen wurden gegenüber 2022 deutlich nach unten korrigiert.
Die zentralen Werte auf einen Blick. Differenzen nach Region, Bildung, Staatsangehörigkeit und Migrationshintergrund sind bedeutsam — aber im Trend konvergent.
Niedrigster Wert seit 2009. Deutsche Frauen 1,23 (Niveau 1996), ausländische 1,84.
Die alte Ost-West-Linie wird heute überlagert von einem Stadt-Land-Gefälle.
Bildungsgradient verkleinert sich (Akademikerinnen 1973–77: 23 % vs. Nichtakademikerinnen 19 %).
2. Generation passt sich rasch an Niedrigfertilitäts-Umfeld an. Wanderungssaldo 2024: +430.000 (2025: +222.000).
2023: −334.897 (Rekord). Ohne Migration kontinuierliche Schrumpfung seit fünf Jahrzehnten.
Anteil 67+ steigt von 20 % (2024) auf 25 % bis 2035. Erwerbsfähige (20–66 J.) sinken in allen 27 KBV-Varianten.